Vitamine in Fläschchen

Die Orthomol pharmazeutische Vertriebs GmbH, im nordrhein-westfälischen Langenfeld angesiedelt, entwickelt und vertreibt Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. Diese Mikronährstoffkombinationen werden in besonderen Lebenssituationen oder im Rahmen einer ernährungsmedizinischen Therapie eingesetzt. Die Rezepturen werden auf wissenschaftlicher Grundlage und nach dem Prinzip der orthomolekularen Medizin entwickelt.

Seit 2004 arbeitet das Unternehmen im Bereich der Flüssigabfüllung mit dem Unternehmen Gustav Obermeyer GmbH & Co. KG, ansässig in Plauen, zusammen. Die erste Anlage wurde 2005 ausgeliefert, es folgte eine zweite Anlage im Jahre 2007 und nun, im Herbst 2018, wurde eine weitere Anlage Trinkfläschchen-Abfüllung ausgeliefert. Die AL110 OV ist dabei mit eine Leistung von 100 Fläschchen pro Minute  leistungsstärker  und technologisch auf dem neuesten Stand.

Alle Anlagen sind für die  flüssige Darreichung von Orthomol -Produkten gedacht wie z.B. Orthomol Immun, einem diätetischen Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Die Tagesportionen bestehen aus einem 20ml-Fläschchen mit Drehverschluss und einer weiteren Aufsteckkappe, die ein oder mehreren Tabletten bzw. Kapseln befüllt sein kann und mit einer Siegelfolie verschlossen wird. Die Fläschchen werden nach der Befüllung etikettiert, in einer Faltschachtel mit Gittereinsatz zusammen mit zwei Beilegern in einer Kartonage verpackt, die wiederum mit einem Siegel versehen wird. Abschließend wird die Monatspackung mit einem 2D-Matrix-Code gelasert, der die Rückverfolgbarkeit des Produktes garantiert. Die gesamte Herstellung läuft über diverse Baugruppen, wobei außer dem Etikettierer, alle Maschinen von Gustav Obermeyer entwickelt und hergestellt wurden.

Individuelle Lösung mit Modulen

Wesentliche Anforderung der jetzigen Anlage war, dass sämtliche Stationen einzeln zu- und abgeschaltet werden können, um bspw. auch Fläschchen ohne Aufsteckkappe zu produzieren. Alle Schritte sollten kontrolliert und der Datenverarbeitung zur Verfügung gestellt werden. Die gesamte Anlage sollte 100 Fläschchen pro Minute produzieren und eine Verfügbarkeit von 94% garantieren. Das war eine anspruchsvolle Anforderung, denn dadurch musste jede einzelne Maschine eine Verfügbarkeit von 98,5% gewährleisten.

Gustav Obermeyer entschied sich, wie auch bei den vorangegangenen Anlagen, für einen Ovaltransport für die Füll- und Verschließmaschine. In der kompakten zweibahnigen Anlage mit den Abmessungen 2,7×1,3m werden sämtliche Füll-und Verschließvorgänge ausgeführt: Befüllung der Fläschchen, Verschrauben der Kappen, Aufsetzen der Aufsteckkappe, Abwerfen der Tabletten / Kapseln und Versiegeln. Alle Stationen werden mit Servos gesteuert, besitzen die notwendigen Kontrollfunktionen und sind zu- und abschaltbar. Sämtliche Parameter können via Touch Panel optimal eingestellt werden. Fläschchen, Kappen und Aufsteckkappen werden vom Vorratsbunker in die Sortiertöpfe geleitet und automatisch ein- und aufgesetzt. Damit ist die Füll- und Verschließanlage von nur einer Person bedienbar.

Nach Ausleitung und Etikettierung werden die Fläschchen mittels Traypacker in die Schachteln gestellt. Vorher wird ein Gitter eingesetzt, das automatisch von einem Bevorratungsmagazin abgezogen und in Form gebracht wurde. Eine Kamera kontrolliert den korrekten Sitz und die Anzahl der Fläschchen. Im Folgenden werden noch zwei Packungsbeileger beigefügt, die Box wird mittels Laser gekennzeichnet und anschließend verschlossen und versiegelt. Jeder Schritt wird mit Optiken und/oder Kameras kontrolliert. Eventuell auffällige  Boxen werden ausgeschleust. Der Traypacker kann mittels Formatteile auf unterschiedliche Packschemata eingestellt werden.

In Zeiten der Personalknappheit war es wichtig, die Anlagen kompakt zu halten und sie mit möglichst wenig Personal zu bedienen. Dies ist Gustav Obermeyer mit allen drei Anlagen, insbesondere mit der neuen Anlage und noch mehr durch die durchdachte Automatisierungstechnik gelungen.

Dank der Implementierung Mitte 2018 konnte die steigende Nachfrage vollständig bedient werden. Die Mitarbeiter und die Leitung von Orthomol sind zufrieden, was schon allein durch die dritte Bestellung einer Großanlage zum Ausdruck kommt. Herr Michael Neeten, Leiter technischer Betrieb, meint dazu: “ Wir hatten einen sehr engen Zeitplan gemeinsam zu bewältigen. Dabei war die Zusammenarbeit mit dem Team von GO war jederzeit konstruktiv und lösungsorientiert. Insbesondere die Schaffung von kundenspezifischen Lösungen auf Basis vorhandener Anlagen schätzen wir bei GO sehr.

Auch der Geschäftsführer der Gustav Obermeyer, Herr Dr. Richter, zeigt sich von der Leistung seines Mitarbeiterstabes beeindruckt. „Ich habe schon oft von Interessenten und Kunden gehört, dass sie es kaum glauben könnten, wie unser kleines Unternehmen mit knapp 30 Mitarbeitern derartig leistungsfähige Maschinen auf die Beine stellen kann.“